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Aasleier bis Cum tempore

Begriff

Beschreibung

Aasleier

Form der Drehleier, mit denen Hirten ihre Mitarbeiter riefen, wenn sie eine gerissenes Schaf (Aas) fanden. Wurde wegen der geringen Lautstärke und Reichweite sehr schnell durch Hörner ersetzt.

Abklopfen

1. Abtasten und Abklopfen einzelner Orchestermitglieder auf verbotene Gegenstände, die eine Gefährdung für den Dirigenten bedeuten könnten. Wird bei weiblichen Musikern gern durch den Dirigenten selbst vorgenommen, sonst durch den Orchesterwart.

2. Vorzeitiges Beenden einer Probenstelle durch den Dirigenten

Afterklampfe

Eine sehr große Form der Klampfe, die zwei Personen zu ihrer Bedienung erfordert, einen Träger und einen Spieler, der hinter dem Träger steht oder läuft. Die eigentliche Zupfstelle der Klampfe lag je nach Größe des Trägers meistens in dessen Analregion, woher sich der Name erklärt. Der Spieler war idealerweise kleinwüchsig oder musste gebückt spielen. Letzterer Umstand führte oft zu orthopädischen Beschwerden auf Seiten des Spielers bzw. auch zu heftiger Atemnot.

Ahorn

In A gestimmtes ausgesprochen selten vorkommendes Horn. Üblicherweise sind Hörner in B, Es oder F gestimmt bzw. in Kombinationen davon (umschaltbar).

Akkordarbeit

Synonym für Komponieren, Akkordarbeiter = Komponist

Allegro preliminario

Eine Tempobezeichnung; Vorläufig schnell, nämlich so lange, bis dies Tempo technisch nicht mehr zu bewältigen ist. Mosche Mohlfinkel (1943-?) schrieb einen Trauergalopp mit dieser Vortragsbezeichnung. Er war sich angesichts des traurigen Anlasses für die Aufführung dieses Stückes durchaus bewusst, dass das gewählte Tempo wohl nicht bis zum Finale durchzuhalten war. Andererseits wollte er sehr verdienstvoller Weise mit dem Trauergalopp der quälenden Langsamkeit üblicher Trauermusik (Grave, Largo, Lento) einen Riegel vorschieben. Literatur: Heribert Kleinzimt 1982: "Traurig aber flott: Die musikalische Temporevolution des Mosche Mohlfinkel" in der Schriftenreihe Musica mortis.

Alptraumhorn

Kriegsfanfare der Germanen, deren Klang auf Seiten des Gegners Alpträume oder Nachtmare auslösen sollte. Hieraus entwickelten sich später die klangstärkeren Luren (linke Abbildung). Die Abbildung rechts zeigt eine künstlerische Darstellung eines Nachtmars von Johann Heinrich Füssli (1741-1825). Gegenstücke zum Alptraumhorn waren Lustholz und Freudenbaum, die bei Festivitäten zum Einsatz kamen.

Altsarkophag

Kein eigentliches Musikinstrument, sondern Bestattungsgefäß für bedeutende und gefeierte Altistinnen. Seit dem 18. Jahrhundert wieder aus der Mode gekommen. Er steht in enger Verwandtschaft zum Instrumentenkoffer.

Amüsierviertel

Viertelnoten in einer Komposition, die üblicherweise zum Schmunzeln oder gar Lachen anregen

Analfistel

Analtröte eines Flatulisten (Kunstfurzer), der sein Instrument mit Fistelstimme, also im Falsett spielt. Erfordert höchste Körperbeherrschung.

Apocalypso

Die Vorstellungen vom Endzeitgericht sind in abrahamitischen Religionen fest verankert und  werden allgemein in der Eschatologie behandelt. Sie fanden auch Eingang in die musikalische Darstellung religiöser Themen, so beispielsweise in die diversen Totentänze. Eine besondere und sehr wesentliche Tanzform wurde uns in Gestalt des Apocalypso überliefert, der das an sich ernste Thema doch recht beschwingt und munteren Sinnes angeht. Auf Albrecht Dürers (1471-1528) Bild "Die apokalyptischen Reiter" kann man im Vordergrund einen doch etwas unterernährt wirkenden Typen erkennen, der als gewiefter und leidenschaftlicher Apocalypsotänzer bekannt war. Bei seinem Nahen sollen besorgte Eltern ihre Töchter von Straßen und Marktplätzen ins schützende Haus geholt haben. Diese Vorsichtsmaßnahme zahlte sich aber kaum aus, denn der Klapperdürre holte sich zum Tanze, wen er wollte, während seine drei Spießgesellen allerlei Unheil anrichteten und Allotria trieben. Schon damals hieß es landauf, landab: "Setzt doch bloß den Dürren matt!" Literatur Heribert Kleinzimt 1999: "Wovon Harry Belafonte nichts wusste: Der Apocalypso" in der Schriftenreihe Musica mortis.

Arschgeige

Geige, deren Klangkörper in Form eines weiblichen Körpers ausgestaltet ist, wobei der Steg oberhalb des Gesäßes liegt. Wurde vereinzelt in Showorchestern beobachtet, die in eher zweifelhaften Etablissements auftraten.

Auflösungszeichen

Anzeichen einer beginnenden Chorruption, als da wären Ignorieren des Dirigenten, Eifersüchteleien, Fernbleiben bei Proben, Raufhändel, Trunksucht u. a. m.

Augenlied

Inhaltliche Kategorisierung von  Liedern, in denen menschliche (weitaus seltener tierische) Augen besungen werden. Hierbei dominieren die Farben Blau und Braun, grüne oder graue Augen werden so gut wie nicht besungen. Prominentes Beispiel eines Orchesterliedes: Gustav Mahler (1860-1911) "Die zwei blauen Augen" (Lieder eines fahrenden Gesellen). Im Volkslied "Das Lieben bringt groß Freud" heißt es "Weiß mir ein schönes Schätzelein mit zwei schwarzbraunen Äugelein". Im Volkslied "Es war ein Sonntag hell und klar" (August Freudenthal / Karl Götze) liest man in der zweiten Strophe: "Die blauen Augen dein, o Maid, erstrahlen hell in Seligkeit." Die Farbwahrnehmung von Körperteilen oder des ganzen Körpers erscheint in der Liedliteratur ohnehin stark reduziert, so etwa in dem Gedicht von Hermann Löns "Auf der Lüneburger Heide" (Musik Ludwig Rahlfs), in dem es in der vierten Strophe heißt: "Ei du Hübsche, ei du Feine, ei du Bild wie Milch und Blut...". Hiermit ist offenbar ein weißer Körper mit roten Lippen gemeint. Mit Sicherheit dürfte die in Rede stehende bzw. besungene Dame über weitere Farbschattierungen verfügt haben. In Schilderungen von Landschaften bzw. Tageszeiten zeigt sich die Liedliteratur weitaus differenzierter, so etwa in Richard Strauss' (1864-1949, Abb. rechts) Orchesterlied "Traum durch die Dämmerung": "...durch Dämmergrau in der Liebe Land."

Bachlauf

1. laufartige Notenbewegung in Werken des Komponisten Johann Sebastian Bach

2. schnelle Absetzbewegung des Publikums beim Hören von Werken des oben genannten Komponisten

3. Verlauf eines kleinen Fließgewässers (Abb. rechts)

4. Sportliche Laufveranstaltung, die dem durch einen Bach vorgegebenen Weg folgt.

Bachstelze

Spitzname für Angehörige des Thomanerchores in Leipzig, der ab 1723 von Johann Sebastian Bach geleitet wurde.

Backpfeife

Röhrenförmiges mit Löchern und Mundstück versehenes Kindergebäck, auf dem die lieben Kleinen vor dem Verzehr flöten oder pfeifen können. Nicht sehr stimmgenau.

Bagalute

In der norddeutschen Umgangssprache bedeutet Bagalut Rüpel bis hin zur verschärften Form des Kleinkriminellen. Der etymologische Ursprung des Wortes ist nicht geklärt. Es wird vermutet, dass es sich aus dem englischen bag o'loot (in der Seefahrt Beutel voller Diebes- oder Plündergut)  herleitet. Die Bagalute (von Laute) ist das Musikinstrument eines Bagaluten, heute zumeist eine E-Guitarre.

Balageige

Mit Bogen angestrichene Balaleika, die zu diesem Zweck einen gewölbten Steg erhielt

Ballettratte

In Übungssälen von Balletttruppen sich zuweilen einstellendes Nagetier, das vor allen Dingen weibliche Mitglieder des Corps de Ballet erschreckt. Dagegen in Einsatz gebrachte Rattenfallen führten oft zu Fußverletzungen der unachtsamen Tänzer(innen), so dass man heute vermehrt zur Verwendung von Rattengift neigt. Die Abbildung zeigt das Corps de Ballet der Wiener Staatsoper.

Bande, Sarah

Deutsch-israelische Komponistin (1912-2002), die in ihren Werken Formen der barocken Suite wieder belebte, so etwa Allemande, Courante und Gigue. Die Kritik nahm diese Bestrebungen nur zum Teil wohlgefällig auf, so etwa Tatjana Schneck in ihrem 1978 erschienen Beitrag "Jetzt wird barock gehopst" in der Schriftenreihe "Ars saltandi".

Bann-Ausse, Friedbert

Deutscher Bariton (1920-1972), der zu Recht dem Vergessen anheimgefallen ist. Seine näselnde Vortragsart war sehr umstritten. Er beendete abrupt seine Laufbahn, als während eines "Konzertes im volkstümlichen Ton" schon zu Beginn des Silcherliedes "Morgen muss ich fort von hier" aus dem Publikum die Frage laut wurde: "Wieso erst morgen?". Literatur Tatjana Schneck 1968: "Berechtigte Fragen in der Musik: Der Fall Bann-Ausse" in der Schriftenreihe Musica vitalis

Barcarole

Italienisch: Lied, das beim Schiffen gesungen wird, verwandt den deutschen Schiffergesängen: Carmina navigationis tedesca

Barrock

Kleidungsstück, das den Aufenthalt an einer Bar (auf dem gleichnamigen Hocker) beim Hören gefälliger Barmusik der es tragenden Frau bequemer gestaltet, meistens an Innen- oder Außenseite geschlitzt, um den Beinen einerseits Bewegungsfreiheit zu ermöglichen, andererseits aber auch, um männlichen Barnachbarn vielversprechende Einblicke zu gewähren.

Barsch

Das einzige Tier, das einen halben Ton tiefer als andere furzt, da es ein B vor dem Arsch hat.

Basstölpel

1. In der Oper Bufforolle für einen Bass, die einen tölpelhaften Charakter aufweist (etwa Falstaff, Abbildung links zeigt ein 1921 entstandenes Gemälde des Falstaff von Eduard von Grützner, 1846-1925).

2. Vogel (Morus bassanus) aus der Gattung der Tölpel (seit 1991 auch auf Helgoland heimisch). Das Foto stammt von Andreas Trepte. Diese Vögel sind hervorragende Schwimmer und Taucher, nur mit der Landung nach dem Flug hapert es etwas. Es wird von Flügelbrüchen berichtet, die oft auch zum Tode führen.

Beckenbruch

Infolge von Materialfehlern nur selten vorkommendes Auseinanderbrechen eines Beckens. Während eines Konzertes erweist sich ein solcher Vorgang als äußerst peinlich und störend. Perkussionisten, denen solches widerfuhr, zeigten später noch zuweilen bei ihrem Einsatz eine vorübergehende Gesichtsröte (Erythema fugax).

Beckengürtel

In Marschkapellen häufig anzutreffendes Hilfsmittel für den Beckenspieler, um bei längeren Pausen sein Instrument an besagtem Gürtel aufhängen zu können.

Bedingong

Ein in B gestimmtes Tamtam, also zu den Gongs zählendes Schlaginstrument, wobei "...dingong" onomatopoetisch, d.h. lautmalerisch aus Dingdong abgeleitet wurde, dies allerdings fälschlicherweise, da ein Tamtam keine zwei Tonhöhen erzeugen kann, wie es der "Klingellaut" Dingdong ja nahelegen würde. Insgesamt eine misslungene Namensgebung, die sich jedoch hartnäckig hält. Das Instrument findet so gut wie keine Anwendung, da der Ton B ja kaum immer harmonisch passt. In der Instrumentierung wären hier Röhrenglocken die bessere Wahl.

Beethoven, Ludwig van

Ludwig van Beethoven (1770 - 1825) war nicht nur der größte und unvergleichliche Musiker und Komponist, sondern auch ein Mann von sehr dezidierten Ansichten. Hier eine kleine Auswahl seiner verbürgten oder schriftlich hinterlassenen Äußerungen.

"Für solche Schweine spiele ich nicht!" sagte Beethoven anlässlich eines Konzertes und knallte den Klavierdeckel zu, nachdem sich Graf Pallfy ungeniert mit einer Nachbarin unterhielt.

Stille ist die beste Art der Modulation.

Musik ist höhere Offenbarung als alle Weisheit und Philosophie.

Sich selbst darf man nicht für so göttlich halten, dass man seine eigenen Werke nicht gelegentlich verbessern könnte.

Verschwende nicht die Zeit mit schlechten Menschen: Gemeines Rohr wird nie dir Zucker geben.

Es gibt Momente, wo ich finde, dass die Sprache noch gar nichts ist.

So lange der Österreicher Bier und Würstel hat, revoltiert er nicht.

B-Gattung

Völlig überflüssige Kategorisierung von Musikstücken in B-Dur bzw. b-Moll

Beifalle

Stelle in einem Musikstück, die auch bei einem ansonsten widerwilligen Publikum Beifall erzwingt.

Beutelbass

Dudelsack in sehr tiefer Lage

blasiert

Für Blasorchester instrumentiert

Blasmodium

Vollständiger Name: Blasmodium malariae. Malariaerreger, der bislang unerklärlicherweise nur Bläser befällt.

Blazerquintett

Analog auch -terzett (-trio), -quartett, -sextett etc.: Sänger- oder Instrumentalistenvereinigung, die in dunklen Blazern und grauen Flanellhosen auftritt, um sich ein einheitliches Erscheinungsbild zu geben. Es handelt sich um einen puren Showeffekt, der musikalisch bedeutungslos bleibt.

Blechschaden

Löcher, Beulen, Ventilschäden oder sonstige Verunstaltungen an Blechblasinstrumenten

Blechtrommel oder auch Grasse

Aus Blech gefertigte Kindertrommel, nicht für professionellen Einsatz geeignet

Bockshorn oder Bocksbeutel

Fränkischer Dudelsack

Blow, boys, blow!

Shanty, der deutlich darüber Auskunft gibt, dass Seeleute während ihres Aufenthaltes auf See in Ermangelung weiblicher Partner zwecks sexueller Erleichterung mutuelle Fellatio (wechselseitiger Oralverkehr) betrieben. Dieser Forschungsbefund soll keinesfalls einen ehrenhaften Berufsstand verunglimpfen, sondern weist nur auf eine der Formen situationsbedingter Homosexualität hin, die selbstverständlich reversibel ist, wie auch viele andere Shanties belegen, die Frauen zum Gegenstand der Sehnsucht machen. Der Versuch des Komponisten Theobald Freigang (1790-1861) mit "Frisch auf, ihr Jungs, nur frisch geblasen" ein deutschsprachiges Gegenstück zu schaffen, muss als äußerst peinlich und gescheitert angesehen werden. Nebenbei sei darauf verwiesen, dass Shanties nur unter den rauen Arbeitsbedingungen der Segelschifffahrt entstehen konnten. Ein heutiges Containerschiff dürfte kaum Anlass geben, sich Arbeits- und Sehnsuchtslieder einfallen zu lassen. Hier gibt es für die aus nur wenigen Personen bestehende Crew auch diverse audio-visuelle Unterhaltungsmöglichkeiten, die der  Trieb- und Spannungsabfuhr dienen können.

Botanisierbratsche

Ein von der Bratsche abgeleitetes Streichinstrument, mit dem im 19. Jahrhundert romantisierende Botaniker ("Grünlinge") ins Freie zogen, um dort bei Schäferspielen und Pflanzensammeln ihrer Naturverbundenheit Ausdruck zu verleihen.

Botanisiertrommel

Vorzugsweise von männlichen Grünlingen (siehe Botanisierbratsche!) zur Straffung und Rhythmisierung des musikalischen Vortrages verwendetes Schlaginstrument

Botticelli

1. Etwas holperige Italienisierung des englischen Body (d.h. Körper, Singular: Botticello). Im Musikerjargon Kolleginnen mit celloartigem Körperbau, d.h. Wespentaille bei gleichzeitig einladenden Überhangmandaten im Busen- und Gesäßbereich.

2. Sandro Botticelli (1445-1510): Florentinischer Maler der Frührenaissance. Betrachtet man sein Gemälde "Die Geburt der Venus" (siehe etwa in Wikipedia) und stellt sich die dort abgebildete Venus etwas flachbauchiger und taillierter vor, so gewinnt man einen zutreffenden Eindruck vom Botticello.

Brandblase

Bei Feuerwehren Anwendung findende Alarmtröte

Brause

Windmaschine, Instrument zur Erzeugung von Wind- und Sturmgeräuschen, verwendet beispielsweise von Richard Strauss in der Tondichtung "Don Quixote" und  seiner Alpensinfonie.

Bretterbanjo

Ab Beginn des 19. Jahrhunderts in Texas (USA) nachgewiesenes Banjo ohne Resonanzkörper. Die Seiten wurden aus Kostengründen einfach über ein Brett gespannt. Daraus resultierte ein kläglicher und dünner Ton. Das Bretterbanjo geriet ab Anfang des 20. Jahrhunderts in Vergessenheit, erfuhr in den 60er Jahren mit dem Aufkommen elektrischer Tonabnehmer und Verstärker jedoch eine  gewisse Renaissance.

Brunftorgel

Nicht eigentlich ein Musikinstrument, sondern eine Art Tröte, mit der Jäger den Ruf brunftiger Hirsche imitieren, um sie zum Zwecke des Abschusses anzulocken.

B-Troleum

Ein in B gestimmtes Troleum, eine Art Bassflöte, die über einen aufgesetzten Notenhalter verfügt, an dessen zumeist linker Seite eine kleine Petroleumlampe befestigt war, so dass der Musiker auch im Dunkeln vom Blatt spielen konnte. Heute wegen vieler Notenbrände in der Vergangenheit nicht mehr anzutreffen.

B-Trug

Tragekasten für in B gestimmte Musikinstrumente. Heute eher ungebräuchlich, da sich die Ausgestaltung des Instrumentenkoffers an Form- und Größenaspekten des Instrumentes orientiert und nicht an seiner Stimmung.

Buffalo

Mit Buffo bezeichnet man in der Opernliteratur den Tenor (Tenorbuffo) oder Bass (Bassbuffo), der für die komische Rolle zuständig ist (seltener Bariton- oder Falsettbuffo). Fällt der Inhaber der Bufforolle sehr kleinwüchsig aus, verwendet man die Diminutivform Buffalo, also kleiner Buffo.

Bulette

Tröte, mit der ein unzufriedenes Publikum sein Missfallen bekundet

Bum-Ehrang

Im Trierer Stadtteil Ehrang verwendete große Trommel

Carmen

Englisch: die Automänner oder Automechaniker. In der gleichnamigen Oper von George Bizet (1838-1875, Bild links) treten allerdings weder Automechaniker noch sonst in irgendeiner Form mit Kraftfahrzeugen befasste Akteure auf, so dass der Titel dieses Werkes als völlig aus der Luft gegriffen erscheinen muss. Dies umso mehr, als zu Lebzeiten Bizets noch keine Automobile existierten. Das erste vollgültige Auto (Wagen mit Verbrennungsmotor) wurde von Carl Benz (1844-1929, Bild rechts) im Jahre 1885 erbaut. Ob Bizet mit dem Titel seiner Oper in seherischer Weise eine künftige Entwicklung vorweg genommen hat, lässt sich infolge Materialmangels nicht nachweisen. Merkwürdig bleibt die ganze Angelegenheit allemal.

caudantino

Vom lateinischen cauda = Schwanz (italienisch = coda) abgeleitete Vortragsbezeichnung: schwänzelnd. Vorzugsweise in der italienischen Opern- und Arienliteratur anzutreffen. Der männliche Akteur muss um die Angebetete oder der Rangniedere um den Ranghöheren herumschwänzeln, auf diese Weise seine angenommene oder faktische Inferiorität zum Ausdruck bringend.

Cellophan

Transparentes Cello aus Acrylglas, zumeist in Showorchestern verwendet

Chansonette

Freundliche Sängerin

Chlorknaben

Angehörige eines Bremer Knabenchores, dem der wegen seiner rauen Sitten und Zuchtstrenge berühmt-berüchtigte Kirchenmusiker Heinrich Chlorus (1781-1833) vorstand. Er verließ diese Welt relativ früh infolge unmäßigen Alkoholgenusses. Bei seiner Bestattung weinte ihm außer seinem Branntweinlieferanten angeblich niemand ein Träne nach.

Choleratur-Sopran

Als 1830 in Wien eine Cholera-Epidemie ausbrach, hatte sich noch nicht die Erkenntnis durchgesetzt, dass diese Krankheit durch den Erreger Vibrio cholerae im Darm ausgelöst wurde, vorwiegend durch die Einnahme verunreinigten Wassers. Choleratur-Sopranistinnen der Wiener Staatsoper versuchten durch sogenannte Exorzismus-Choleraturen die ihrer Auffassung nach in den Kranken hausenden Teufel zu vertreiben. Es ist ein Fall von Spontanheilung verbürgt, in dem der befallene General Hubert von Langarm (Abb. rechts) eine ihn besingende Choleratur-Sopranistin kurzerhand erschoss, sein Bett verließ und seinen Bediensteten auftrug, ihm mehrere Flaschen Tokajer und möglichst salzhaltiges Essen zu bringen, und zwar stante pede. Wie berichtet wird, genas er zusehends und schnell. Berichte über Erfolge anderer Choleratur-Sopranistinnen müssen stark angezweifelt werden.

Choralle(nbank)

Choralle bezeichnet die Gesamtheit eines Chores (alle). Auf der Chorallenbank oder auch Chorallenbänken nehmen die Chorangehörigen während ihres Unterrichts Platz.

Choranschule

Einem Chor angegliederte Zuchtanstalt, an der vorzugsweise jugendliche Chormitglieder neben ihrer gesanglichen Ausbildung unterrichtet werden, also in Sprachen, Mathematik und Naturwissenschaften, um ihren außermusikalischen Bildungsstand zu gewährleisten.

Chordel

Seil, mit dem jugendliche Chormitglieder während ihrer Chorreisen aneinander gebunden werden, um im allgemeinen (Großstadt-)Trubel nicht verloren zu gehen

Chordon (bleu)

Kreisförmig aufgestellter Chor, eventuell in angetrunkenem Zustand ("bleu" = französisch blau).

Choreaner

Angehörige(r) einer Sängervereinigung (siehe auch Chorken)

Chor-Elli

Aliasname der Sängerin Elli Rast (alias Rastelli), die in mehreren Chören begeistert mitsang

Chorgestühl

WC für Chorhintenkacker

Chorhintenkacker

Jemand, der im Rücken einer Sängervereinigung defäziert

Choriander

Mit dem eigenen Chor konkurrierende andere Sängervereinigungen

Chorken

Angehörige(r) einer Sängervereinigung (siehe auch Choreaner)

Chorkengeld

Entlohnung oder Salär eines einem Berufschor angehörigen Sängers

Chorleiter

Leiterartige Tribünenanordnung, auf der die Mitglieder eines Chores stehen können, so dass keines der Gesichter verdeckt wird. Wichtig für Dirigent und Ensemble, um den visuellen Kontakt zu halten.

Chormoran

Männlicher Chordirigent

Chorn

Schnaps für Chormitglieder

Chornett

Ausdruck für eine beliebte Sängervereinigung

Chorona

Weiblicher Chordirigent

Choronargefäß

Trinkgefäß, zumeist Weinglas oder Weinbecher, aber auch Bierglas, das Chormitglieder bei geselligen Anlässen zum Zuprosten verwenden

Chorrektiv

Tiefergelegte Turneinrichtung (Reck) zur Ertüchtigung auch kleinwüchsiger Chormitglieder

Chorrelation

Beziehungen zwischen den Mitgliedern einer Sängervereinigung. Diese lassen sich mit soziografischen Techniken (Soziogramm nach Jakob Levy Moreno, 1889-1974) elegant analysieren. Angenommen, in dem rechts abgebildeten Soziogramm wäre Person B der Dirigent, so wird ersichtlich, dass dieser eine nicht sonderlich beneidenswerte Position einnimmt. Er wird von drei Mitgliedern abgelehnt. Er seinerseits ist allerdings scharf auf die Altistin (A). Diese koaliert oder koitiert jedoch mit den beiden Sopranistinnen C und D. Ein Chor umfasst nicht nur in der Regel mehr als vier Sänger. Es lässt sich leicht vorstellen, dass sehr komplizierte Chorrelationen entstehen können, die zuweilen nicht ohne menschliche Tragik bleiben.

Chorrepetitor

Chormitglied, das wiederholt in diversen Chören singt

Chorrespondenz

Art und Weise, wie das Publikum auf einen Chorvortrag reagiert ("respondiert" = antwortet), also etwa gebannt lauscht, pfeift, mit den Füßen scharrt oder trampelt etc.

Chorrigier(en)

Suchthaftes Verlangen nach Chormusik bzw. Singen in Chören

Chorruption

Das Auseinanderfallen einer Sängervereinigung infolge gestörter Chorrelationen

Chorsica

Sängervereinigung von Angehörigen und Nachfahren des italienischen Schauspielers und Regisseurs Vittorio de Sica (1901-1974)

Chortex

Deutsch: Sanghirn. Ein Funktionsverband der menschlichen Großhirnrinde (Cortex cerebri), der das Singen in Gruppen (Chor) ermöglicht. Neben anderen motorischen, auch subkortikalen Arealen (Rhythmik, Tonhöhen- und längenkontrolle, Lautstärke etc.) sind hieran auch die beiden Sprachareale Broca- und Wernicke-Zentrum beteiligt. Letzteres nimmt angesichts der Tatsache, dass im Chorgesang größtenteils sprachliche oder sprachähnliche Informationen (Singen etwa von "Aah" oder "Lalala") verarbeitet werden, nicht weiter wunder. Literatur Samuel Spolzenthien 2003, "Wenn der Ton doch nur in der Rübe bliebe - Zur Kritik unnötigen Gesanges" in der Schriftenreihe Vox inhumana.

Chortison

männlicher Nachfahre eines Chorsängers und einer Chorsängerin. Sollte nur ein Elternteil Chorsänger8in) gewesen sein, spricht man auch von einem Semi-Chortison.

Chorvette(n)

eher fettleibige Mitglieder einer weiblichen Sängervereinigung

Con corde

Italienische  Vortragsbezeichnung "Mit Saiten". Diese für Saiteninstrumente gedachte Vortragsbezeichnung wird nur noch selten verwendet, da es sich um eine pure Selbstverständlichkeit handelt. Ein der Saiten entkleidetes Saiteninstrument könnte höchstens noch zum Erzeugen von Klopfgeräuschen, aber nicht von Tönen definierter Tonhöhe und -länge Verwendung finden.

Con fuoco

Italienische Vortragsbezeichnung "Mit Feuer": Die Vereinigung deutscher Feuerwehren wendet sich seit Jahrzehnten gegen die Aufführung derartig gekennzeichneter Werke in geschlossenen Räumen, allerdings bisher vergebens. Erstaunlicherweise verwendet Georg Friedrich Händel (1685-1759, Abb. rechts) diese Vortragsart in seiner Feuerwerksmusik überhaupt nicht. Dennoch muss er ja schon damals auf irgendeine Weise seine Raketen und Feuerwerkskörper gestartet haben. Hier bleibt für die internationale Fuocologie noch ein Erkleckliches an Forschungsarbeit zu tun.

Cornett-Beef

Extra Fleischration für Cornett-Spieler am englischen Königshof. Diese wurden von neidischen  Angehörigen anderer Instrumentengruppen oft als Beefeater bezeichnet.

Cum tempore (c.t.)

Partituranweisung (lateinisch "mit der Zeit"), erst 15 Minuten nach dem Einsatzzeichen des Dirigenten zu beginnen. Bei Stücken geringerer Dauer ist der Dirigent vor dem Orchester fertig.

 

 

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