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Begriff |
Beschreibung |
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Dacaponium |
Kein
Orchesterinstrument, sondern ein klatschenartiges Gebilde, mit dessen Hilfe
das Auditorium die Wiederholung eines Stückes erzwingen will (Da capo). |
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Dampfhammerklavier |
Mechanisch
unter Einsatz von Dampfdruck betriebenes Hammerklavier, das hauptsächlich
auf Jahrmärkten und bei ä hnlichen
Veranstaltungen zum Einsatz gelangte. Es wurde 1900 zum ersten Mal auf der
Pariser Weltausstellung von dem Deutschen Hans Dampf (scherzhaft auch "Hans
Dampf in allen Gassen") vorgestellt. Es gab auch Neider, die
Hans Dampf körperliche Pein zufügen wollten: Daher
der Begriff "Gassenhauer". Das Instrument ist heute eine ausgesprochene
Rarität. |
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Dampfzither |
Mechanisch
durch den Einsatz einer Kleinstdampfmaschine (ähnlich den heutigen
Spielzeugdampfmaschinen) gezupfte Zither, wobei Tonhöhen und -längen durch
den Einsatz von ebenfalls durch die Dampfmaschine abgetasteten Lochstreifen
gesteuert wurden. Versuche, auch die Lautstärken (Dynamik) auf diese Weise
zu steuern, misslangen: Infolge der wenig sensiblen Technik kam es
wiederholt zu Saitenrissen. Der Konstrukteur der Maschine war der Deutsche
Hans Dampf (1861-1929), der bereits mit dem
Dampfhammerklavier Aufsehen erregte. |
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Deflorette |
Bei Deflorationsriten gespielte
Oboe, früher oft identisch mit Fertilette |
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Diarrhoë |
Nicht als
"Diarrö", sondern "Diarro-e", d.h. mit lautlich
getrenntem e (E mit Trema ë)
auszusprechen. Das Wort kommt aus dem Griechischen und bedeutet soviel wie
"Durchfluss". Es bezeichnet eine sehr leicht ansprechende Oboe, die eine
flüssigere Melodieführung erlauben soll. Diese Verbesserung wurde vor allen
Dingen durch die Überarbeitung der Klappenmechanik erreicht. Heute auf Grund
der sehr weit gediehenen Entwicklung der Klappenmechanik bei modernen Oboen
nicht mehr im Einsatz. |
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Dieselfagott |
Zweifelhafter
und sehr spekulativer Versuch, ein im Tonumfang noch erweitertes
Kontrafagott durch einen dieselgetriebenen Kompressor anzublasen. Der
Spieler bedient wie sonst auch die Klappen und gibt über ein Fußventil die
vom Kompressor erzeugt Luft auf das Doppelrohrblatt. Hier liegt auch die
wesentliche Schwachstelle des nicht mehr verwendeten Instruments: Die
Drucksteuerung am Rohrblatt versagte meistens. Zudem klang das Instrument in
der Tiefe oft wie ein explosiver Flatus (deswegen auch zuweilen "Furzrohr"
genannt), in den Höhen wie eine auf den Schwanz getretene Katze (deswegen
auch zuweilen als "Muschischrei" bezeichnet). |
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Diphterine |
Aus einer
steifen Lederrolle (griechisch διφθέρα,
diphthéra) gefertigtes flötenähnliches Blasinstrument. In Hirtenkreisen bis
heute, wenngleich selten anzutreffendes Instrument. |
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Diskantknarre |
Auch
Diskantratsche. Bei einer Knarre oder R atsche
wird durch Schwungbewegungen der haltenden Hand eine Holzblattfeder um ein
feststehendes Zahnrad gedreht, wodurch der knarrende Ton erzeugt wird. Die
Diskantknarre erzielt ein sehr hohes Knarrgeräusch durch den Einsatz sehr
harten Holzes und die Verwendung kurzer Blattfedern. Oft werden bis zu drei
Blattfedern verwendet. Kastraten begleiteten sich oft selbst mit einer
Diskantknarre. |
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Donald-Gedackt-Piepe |
Nach dem
britischen Instrumentenbauer Bruce Donald (1772-1839) benannte Piepe
(Pfeife), die am unteren Ende gedeckelt (gedackt) war. Es handelte sich
eigentlich um eine Bassflöte, die durch die Deckelung eine Oktave tiefer
erklang, als aufgrund ihrer Baulänge zu erwarten war. Dies beruht auf der
durch Reflexion am Deckel entstehenden Viertelung der Schwingung, so dass
die Wellenlänge sich halbiert (Oktavierung). Das Instrument ist heute nur
noch unter historischem Aspekt interessant und kaum gebräuchlich. |
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Donez-Becken |
Sehr großes
Becken, eigentlich schon einem Tamtam angenähert, klingt jedoch etwas
blechern. Vor allen Dingen in russischen Klangkörpern im Gebrauch (benannt
nach dem russischen Instrumentenbauer Wassiliew Donez 1803-1872). |
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Donnerbalken |
1. Ein
Holzbalken, der im Winkel von 90° an zwei Ständern befestigt ist, so dass
sich ein Tragegerüst ergibt. An dem Balken selbst ist eine flexible
Blechplatte befestigt, die durch den Instrumentalisten in Schwingungen
versetzt einen donnernden Klang ergibt. Wird oft in dramatischen Szenen der
Opernliteratur eingesetzt (Carl Maria von Weber, "Der Freischütz": in der
berühmten Wolfsschluchtszene etwa).
2.
Sitzgelegenheit für einen Flatulisten (Kunstfurzer). Vergleiche auch
Kackbrett! |
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Doppelgriffe |
Zumeist
unerwünschtes beidhändiges Betasten der vor einem Musiker / einer Musikerin
sitzenden Musikerin bzw. ihrer Überhangmandate durch erstere(n). Wird von
Dirigenten oftmals verschärft geahndet, da diese glauben, das alleinige
Recht zu solchen (Über-)griffen zu haben. |
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Dörrgeige, Dörrobstinatgeige |
Eine lediglich
zweisaitige Geige (Saiten G und D) mit sehr flachem Resonanzkörper, die
lediglich zu Begleitzwecken
(Ostinato bzw. obstinat) diente, ähnlich wie
eine Drehleier. Aufgrund ihres "dürren" Klanges als Dörrgeige bezeichnet.
Die Abbildung zeigt einen typischen Einsatz des Instrumentes. |
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Drehmorchel |
Nach dem
sächsischen Instrumentenbauer Jakob Drehm (1891-1947)benannte Drehorgel,
wobei "Orchel" dem sächsischen Dialekt geschuldet ist. |
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D-Rossel |
Die in D
gestimmte Rossel, ein vom italienischen Filmregisseur Roberto Rossellini
(1906-1977) initiiertes Blasinstrument, mit dem er vor allen Dingen
weibliche Aktricen in Schwung bringen wollte. |
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Duftnote |
Gruppe von gleichartigen Düften. Im Gegensatz zu
musikalischen Noten existiert bis heute auf diesem Gebiet keine
leistungsfähige Notationsweise (Notenschrift). Sogenannte
Duftkompositionen zeichnen sich mehr oder weniger durch Willkürlichkeit und
hin und wieder betäubende Wirkung aus. |
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Dumdumke |
Vorwiegend in
Filmmusik eingesetzte übergroße Trommel, die einen dumpfen Klang erzeugt,
speziell bei Kriegs- und Schlachtenszenen in Gebrauch. Der deutsche
Regisseur Eberhard Knall, dessen Geburtsjahr 1962 nach seinem Sterbejahr
1897 liegt, setzte das Instrument abweichend und doch verwandt in einem Film
ein, der einen Ehekrieg schildert ("Der Widerspenstigen Lähmung" aus dem
Jahre 1978). Die Namensgebung leitet sich von den furchtbare Wunden
reißenden und deshalb geächteten Dumdum-Geschossen ab. |
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Dunkelkammer |
Verdunkelter Raum, in dem das
Blindspielen eines Instrumentes geübt wird |
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Dunstglockenspiel |
Glockenspiel,
mit dem sich Nebelwolken erzeugen lassen. Findet vorzugsweise bei
Showorchestern Einsatz. |
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Duodezangel |
Triangel, der
auf zwölf Ecken erweitert wurde. Diese Erweiterung ist klanglich kaum zu
rechtfertigen und wurde lediglich auf Betreiben eines zu Recht vergessenen
Triangelspielers vorgenommen, der sich durch diese Maßnahme einen
glänzenderen Auftritt und eine Steigerung der Bedeutsamkeit dieses
Instrumentes und damit seiner selbst versprach. Angesichts der sehr häufigen
Verwendung des Triangels in der Orchesterliteratur ein kaum
nachvollziehbarer und nicht zu billigender Vorgang! |
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Dysfunktion, erektile |
Unfähigkeit vorzugsweise älterer
Orchesterdirigenten, eine Erektion ihres Gliedes herbeizuführen oder zu
erleben. Diese bei Dirigenten auftretende Dysfunktion ist als berufstypische
Krankheit streng von der allgemeinen Impotenz zu trennen. Ihre Ursachen sind
noch weitgehend unerforscht, wenngleich sich der Musikkritiker Samuel
Spolzenthien (1934-?) zu der vielleicht doch etwas voreiligen Bemerkung
hinreißen ließ: "Wer den ganzen Tag über seinen Knüppel (Er meint den
Taktstock. Anmerkung der Redaktion.) in der Hand hat, der darf sich
abends nicht wundern, wenn er keinen Harten kriegt." |
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Eichhörnchen |
Frühzeitliches aus Eichenholz
geschnitztes Horn, auf dem die Naturtonreihe produziert werden konnte. Etwas
dumpf im Klang wurde es recht schnell durch metallene Bauformen ersetzt.
Unter Systemtheoretikern der Instrumentenlehre setzte eine erbitterte
Diskussion darüber ein, ob das Eichhörnchen nun den
Holzblasinstrumenten oder den Blechinstrumenten zuzuordnen sei. Siehe hierzu
auch Sir Gerald Havelock 2003: "The squirrels horn: Woods or brass? What
does it matter?" in der Schriftenreihe "Vital Music of Olden Days".
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Eichelphon |
Heute nicht
mehr eingesetzte Sonderform der Oboe d'amore mit eichelförmigem
Schalltrichter.
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Eimerklavier |
Mehrzeilige
Anordnung von Eimern unterschiedlicher Größe, die durch tastaturgesteuerte
Hämmer angeschlagen und zum Klingen gebracht werden. Die Feinabstimmung der
Tonhöhe erfolgt durch Füllen der Eimer mit Wasser, oftmals auch Bier, das
nach der Darbietung vom Klavierspieler getrunken wurde. Die Pianisten waren
zuweilen schon nach dem Stimmvorgang durch den alkoholinduzierten Verlust
der Feinmotorik nicht mehr spielfähig. Auf ironische Weise thematisiert in
dem Lied "Ein Loch ist im Eimer, oh Henry, oh Henry!" |
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Einhorn |
Einhorniges Sagentier, auf dem
angeblich auch geblasen werden konnte |
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Einsatz |
Kommando des Dirigenten mit Hand
oder Taktstock für das Orchester oder ein(e) Instrument(engruppe), mit dem
Spiel zu beginnen. Bei Militärmusik oft auch mit der Pistole gegeben.
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Einknüppeln |
Aufwärmphase von Schlagzeugern
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Elektro-Schock |
Allererste
Plattenaufnahmen des Tenors Rudolf Schock (1915-1986), der hiermit in
elektrisch verstärkter Form zu Gehör gebracht und weit verbreitet werden
konnte. |
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Elmshorn |
Auf
Segelschiffen geblasenes Alarminstrument beim Auftreten von Elmsfeuern in
den Mastspitzen (siehe Abbildung).
Elmsfeuer
(Sankt-Elms-Feuer, Eliasfeuer) sind seltene, durch elektrische Ladungen
hervorgerufene Lichterscheinungen. Der Name leitet sich ab von Erasmus von
Antiochia (italienisch Elmo), den durch Sturm in Not geratene Seeleute
anrufen. Beim Elmsfeuer handelt es sich um kontinuierliche
Koronaentladungen, die bei gewittrigen Wetterlagen mit Feldstärken von mehr
als 100 kV/m auftreten. Das Elmsfeuer kann an hohen, spitzen Gegenständen,
wie zum Beispiel Schiffsmasten, Kirchtürmen und Bergspitzen beobachtet
werden. Elmsfeuer leuchten aufgrund der Spektrallinien der Gase Sauerstoff
und Stickstoff in der Erdatmosphäre blauviolett. |
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Encephalogambe |
Experimentelle
Anordnung, bei der ein Gambenspieler versucht, durch Konzentration und die
Ableitung seiner Hirnströme (Enzephalogramm) motorgetriebene Dämpfer auf dem
Griffbrett und einen ebenfalls motorgetriebenen Bogen so zu bewegen, dass
die Gambe seinen spielerischen Intentionen folgt. Siehe kritisch hierzu
Heribert Kleinzimt 2004, "Total vergeigt: Das EEG und sein Missbrauch" in
der Schriftenreihe Musica vitalis. |
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Engländer |
Maulschlüssel
mit verstellbarer Maulbreite. Mit einem solchen Schraubenschlüssel (Abb.
rechts) drohte der Dirigent Alois Heimwärts
(1936 - ?) den Mitgliedern seines Orchesters (Neutönende Syphilisten), wenn
diese sich seinen Anweisungen und Auffassungen nicht willfährig zeigten.
Während die rechte Abbildung einen tatsächlichen Engländer zeigt, verwendete
Heimwärts zuweilen auch einen Rollgabelschlüssel, den er fälschlicherweise
als Engländer bezeichnete. Die Heimwerker unter seinen Musikern nannten ihn
deshalb gern Kneifer oder Rollmops (Abb. links zeigt einen
Rollgabelschlüssel). Diese
waren es eines Tages jedoch leid, sich von ihm in dieser Weise kujonieren zu
lassen und standen während einer Orchesterprobe gemeinschaftlich auf und
wandten sich drohend gegen ihn, entwanden ihm den Engländer und probierten
ihn an ihm aus. Darob kündigte Alois Heimwärts auf der Stelle und verschwand
in einer bis heute nicht näher bekannten Versenkung. |
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Falsette |
Klarinettenartiges (einfaches Rohrblatt) Instrument in hoher Lage, das bei
Fruchtbarkeitsriten Verwendung fand. Erzeugt einen leicht kreischenden Ton. |
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Falsettharfe |
Harfenähnliches Instrument in sehr hoher
Stimmlage.
Erzielt keine nennenswerte Lautstärke. Bei einigen Hirten- oder Bergvölkern
noch heute in Gebrauch (Literatur: Sir Gerald
Havelock, 1997: "When harps go hillside: The history of harps and their
predecessors"). |
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Faunamusik |
Sämtliche
Musik, die in irgendeiner Weise die Tierwelt zum Gegenstand hat bzw. bei der
die Tierwelt Anlass für ihre Entstehung wa r.
In diesem Zusammenhang entstand ein heftiger Streit darüber, ob Debussys
(1867-1918, Abb. rechts) "Prélude à l'après-midi d'un faune" als Faunamusik
einzuordnen sei oder nicht, da ein Faun ja doch eher menschliche, höchstens
halbtierische Züge trage. Da jedoch auch der Mensch grundsätzlich der Fauna
zuzurechnen ist, verlor die Fachwelt bald das Interesse an dieser
fruchtlosen Auseinandersetzung, zumal Tatjana Schneck 1969 in ihrem Aufsatz
"Traun fürwahr, ein Faun sogar" in der Schriftenreihe Animal Music bereits
darauf hinwies, dass ein Faun schließlich nicht von ungefähr Faun heiße.
Erstaunlich
ist, dass gleich zwei Komponisten von Rang sich eines sehr kleinen
Vertreters der Fauna in Gestalt des Flohs annahmen. Es handelt
sich um das Flohlied aus Goethes Faust, das Mephisto in der Szene in
Auerbachs Keller singt. Sowohl Ludwig van Beethoven (1770-1827) als auch
Modest
Petrowitsch Mussorgski (1839-1881, Abb. links) vertonten diesen
witzigen Text. Deutlich größer als ein Floh fällt ein anderes Insekt aus,
dem Nikolai Rimski-Korsakow (1844-1908, Abb. rechts) in seinem Stück
"Hummelflug" ein unvergessenes und in unzähligen Bearbeitungen für diverse
Instrumente existierendes Denkmal setzte.
In Joseph
Haydns (1732-1809, Abb. rechts) Oratorium "Die Schöpfung"
wird gleich eine ganze Reihe von Getier besungen. Camille Saint-Saens'
(1835-1921, Abb. links) Karneval der Tiere“ („Le carnaval des animaux“) mit
dem Untertitel „Grande
fantaisie
zoologique“ beschäftigt sich ebenfalls mit einer größeren Anzahl von Tieren,
wobei Komponistenkollegen persifliert werden. In Darius Milhauds (1892-1974)
"Le bœuf sur le toît" gerät gleich eine ganze Kuh aufs Dach. Berühmt wurden
Tiere auch als Musiker in Gestalt der Bremer Stadtmusikanten (Abb. rechts).
Tiere
unterhalb der Größe eines Flohs sind unseres Wissens noch nicht Gegenstand
musikalischer Behandlung geworden, also etwa Einzeller, Mikroben, Bakterien
und dergleichen. Selbst ein so putziges und lernfähiges Geschöpf wie das
Trompetentierchen (Abb. unten) schaffte es mit seinem doch durchaus
musikalischen Namen nicht, das Interesse eines Komponisten nachhaltig zu
erregen oder dessen Fantasie zu beflügeln.
Die Beispiele
ließen sich fortsetzen, wobei die bereits genannten für die Beschreibung von
Faunamusik genügen sollen.
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Fertilette |
Oboenartiges
Instrument, das ebenso wie die
Falsette bei rituellen
Fruchtbarkeitsfeiern eingesetzt wurde. Rekonstruktionen nach Funden im
Südjemen ergaben einen als "fetzig" beschriebenen Klang (Literatur: Sir
Gerald Havelock, 1999: "The reconstruction of pre-medieval fertiletts in the
south of Jemen"). |
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Feistzinken |
Okarinaartiges
Blasinstrument (zu den Schnabelflöten zählend), das aufgrund seiner
Formgebung an eine dicke Nase, eben einen feisten Zinken erinnert. Der
deutsch-israelische Komponist Mosche Mohlfinkel (1943-?) verwendet es in
seiner "Elegie für eine verflossene Geliebte: Oh Carina". |
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Fetzonette |
Die Fetzonette
ist eine Kombination aus Rührtrommel (Snare Drum) und einer
siebenschwänzigen Peitsche mit verknoteten Enden. Das Anschlagen der Trommel
mit der Peitsche erzeugt einen in der Tat fetzigen Klang. Frühere Versionen
mit in die Peitschenschwänze eingearbeiteten Metallkugeln haben sich wegen
der Überbeanspruchung des Trommelfells (das der Rührtrommel, aber auch das
des Trommlers) nicht bewährt. |
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Fidel Castro |
Spanisch für Geigenkasten
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Flageolettine |
Tastenzusatz
für Geigen und Bratschen an der Unterseite des Instrumentenhalses für den
Aufsatz von Dämpfern auf das Griffbrett, um zuverlässiger Flageolett-Töne zu
erzeugen. Hat sich wegen der Behinderung der die Geige spielenden (linken)
Hand bei den notwendigen Auf- und Abbewegungen am Instrumentenhals nicht
bewährt. |
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Flageomelett |
Zu heiß
serviertes Omelett, bei dessen Verzehr flageolettartige Pfeiftöne entstehen. |
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Flötenkessel |
Kreisförmige Anordnung von
Flötisten, in deren Mitte ein(e) Sänger(in) oder Instrumentalist(in) steht.
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Freegatte |
Ehemann Tobias
der österreichischen Komponistin Maria-Sylvia Free (1956-?). Deren
zumeist experimentelle Kompositionen zeichnen sich eigentlich nur durch
originelle Titel ("Eisen im Feuer", "Schmied in Unterwäsche", "Hamlet und
Kotelett" und ähnliche), aber nicht durch kompositorische Originalität aus.
Ihr Mann wurde einem breiteren Publikum durch seine umfängliche
Spirituosensammlung bekannt, die er von Zeit zu Zeit durch eigene qualitativ
höchstwertige Edelbrände erweitert. Der Musikkritiker Samuel Spolzenthien
(1934-?) widmete ihm eigens einen Aufsatz (2007) in der Schriftenreihe Ludus
tonalis: "Wenn Musik zur Nebensache wird: Die herrlichen Obstbrände des
Tobias Free". |
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Freihändiges Klavierspiel |
Dürfte wohl ein unerfüllter Traum
bleiben, da das Betätigen des Klaviers mit den Füßen (Pedale) nur dumpfe
Geräusche hervorbringt und das Tastaturspiel mit der Nase nur sehr langsam
und eintönig (sogenannte Nasalgregorianik) ausfällt bzw. bei breiten
Gesichtserkern zu Fehlern (Doppel- oder Mehrfachtasten, Clusterung) führt. |
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Frottola |
Im Italien des
15. Jahrhunderts beliebte und muntere Tanzliedchen, die den oder die Sänger
oftmals so in Wallung brachten, dass sie hinterher zwecks Trocknung
frottiert werden mussten. Die Texte mussten auch nicht immer dem
tänzerischen Charakter der Stücke entsprechen, wie das folgende Beispiel von
Joannes Brochus (1504) beweist. Hier zeigen sich Parallelen zu modernen
Komponisten wie Mosche Mohlfinkel (1943 - ?) mit seinem Trauergalopp (A-C/Allegro
preliminario).
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Füllhorn |
Experimentelle
Hornvariante, bei dem mit der eigentlichen Luftsäule des Horns ei n
Aufsatz mit einer semi-permeablen Membran verbunden wird, in dem sich Wasser
befindet. Dies ergibt während des Spiels einen gurgelnden Klang. Der
Erfinder Thomas Witherspoon (Inhaber der Instrumentenbaufirma "Mysterious
Waters") schlug der britischen Komponistin Dame Ethel Smyth (1858-1944,
Abbildung links) vor, dieses Instrument in ihrer Oper "The Wreckers" (Die
Schiffbrüchigen) zwecks größerer Realitätsnähe einzusetzen. Smyth lehnte dieses Ansinnen brüsk und empört ab. Die Quellen für
diesen Vorgang sind allerdings etwas zweifelhaft, da er in entsprechender
Literatur gar nicht
erwähnt wird. |