![]()
Eintopf |
|
Kohlrabi-Eintopf:
Im Internet finden sich
durchaus der eine oder andere Rabbi Kohl, so etwa Rabbi Baruch Frydman-Kohl
(Toronto, Kanada) oder auch Rabbi Josh Kohl (Santa Barbara, Kalifornien), die
ich beide jedoch nicht persönlich "Erbsen, Bohnen, Linsen bring'n den Arsch zum Grinsen!" Jeder kennt auf diesen Hülsenfrüchten basierende Eintöpfe inklusive ihrer detonativen Nebenwirkungen. Aber ein feiner Kohlrabi-Eintopf, das ist nun doch etwas anderes! Ich stieß auf dieses Rezept vor vielen Jahren in dem leider nicht mehr oder nur noch antiquarisch erhältlichen Werk "Menü - Das große moderne Kochlexikon" (Bertelsmann Verlag, Gütersloh). Ich gebe es hier mit eigenen Worten und Hinweisen wieder. Für vier Personen nicht übermäßigen Umfanges benötigen Sie die folgenden Zutaten in den angegebenen Mengen: 250 g Schweinefleisch, 250 g Kalbfleisch, 30 g Margarine oder Butterschmalz, 1/2 Liter Fleischbrühe, 1/2 Liter Wasser, Salz, Pfeffer, 4 Kohlrabi (ca. 750 g), 250 g TK-Erbsen, 350 g Kartoffeln (festkochend), 1 EL Speisestärke, 50 g durchwachsener Speck, 1 Zwiebel (ca. 50 g), 20 g Butter, 1 Bund Schnittlauch. Beim Fleisch sollten Sie lieber auf 300 g gehen, denn es muss ja meistens noch versäubert, also von Sehnen und anhaftenden Häuten befreit werden. Macht Abfall und mindert das Gewicht. Das gleiche gilt für die Kartoffeln (lieber 400 g vor dem Schälen) und den Kohlrabi (800 g). Doch nun an die Arbeit! Die Kohlraben sollten Sie schälen, waschen und halbieren. Dann in dünne Scheiben schneiden. Haben Sie stattdessen so einen kindskopfgroßen Kohlrabi erwischt, dann mehrfach teilen und anschließend in mundgerechte Scheiben schneiden. Kohlraben dieser Größe können, müssen aber nicht holzig sein. Die Kartoffeln schälen, teilen und auch in Scheiben schneiden. Sie stellen aus dem Fleisch Würfel von ca. 1,5 bis 2 cm Kantenlänge her. Das macht man üblicherweise ohne Zuhilfenahme eines Zollstocks oder einer Schiebelehre. Sie bemächtigen sich dann eines Topfes ausreichenden Fassungsvermögens (2 Liter) und erhitzen darin die Margarine oder das Butterschmalz. Geben Sie nun das Fleisch in den Topf und braten es von allen Seiten für ungefähr 10 Minuten rundherum an. Sie werden feststellen, es klebt zunächst am Topfboden fest. Kein Problem, einfach mit einem Holzlöffel umrühren: Es löst sich nach einer Weile auch wieder. Das zehnminütige scharfe Anbraten dient der Gewinnung von Röstaromen und soll nicht etwa irgendwelche ominösen Poren schließen. Fleisch hat keine Poren!!! Nach diesen 10 Minuten Fleischbrühe (kann ruhig Instantbrühe, darf aber auch ein selbstgefertigter Fond sein) und Wasser hinzugeben. Salz hinzufügen. Vorsicht, nachsalzen kann man immer, Entsalzen ist schwieriger! Nun das Ganze ca. 45 Minuten kochen lassen. Nach 20 Minuten Kochzeit Kohlrabi, Erbsen und Kartoffeln in den Topf geben. Die Speisestärke in etwas kaltem Wasser (etwa in einer Tasse) auflösen und in den Kochtopf geben. Umrühren und damit den Eintopf binden, nicht etwa fesseln. Weiterkochen lassen. Zehn Minuten vor Ende der Kochzeit Speck und Zwiebel fein würfeln. Nun die Butter in einer Pfanne erhitzen, Speck darin anbraten (etwa 2-3 Minuten), Zwiebeln hinzugeben und goldbraun braten (ca. 4 Minuten). Den vorher gewaschenen und zerkleinerten Schnittlauch hinzugeben und kurz verrühren. Dann alles zusammen in den Topf geben, umrühren, gegebenenfalls mit Salz und Pfeffer nachwürzen. Falls Ihnen die Konsistenz noch als etwas zu dünnflüssig erscheinen will, nochmals Speisestärke einrühren. Fertig! Dazu kann man ein Baguette reichen. Getränkevorschlag: ein kühles Pils oder ein leichter Weißwein, grüner Veltliner etwa. Nur als kleiner Hinweis: Bier und Wein lassen sich selbstverständlich auch ohne den Kohlrabi-Eintopf verkasematuckeln. Als hilfreich wird oft auch ein Schnäpschen vor und nach dem Eintopfgenuss angesehen, also zwei, um Missverständnissen vorzubeugen. Hier kann ich sowohl sämtliche Obstbrände als auch alle Arten von Aquavit empfehlen. In diesem Sinne ab in die Rinne! |