In Memoriam

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In Memoriam: Es handelt sich um eine sinfonische Trauermusik, die ich posthum meinen Großeltern Anna und Heinrich Kurwig widmete, denen ich zu deren Lebzeiten so viel zu verdanken hatte. Die Abbildung zeigt die beiden mit ihrem einzigen Enkel, also meiner Wenigkeit auf Opas Arm. Babyzeit ist doch etwas Feines: Du wirst getragen und gefahren, du wirst gesäubert und geatzt, du musst dir überhaupt keine Gedanken um deine Erhaltung machen. Später kannst du dann sehen, wo du bleibst.

Bis auf ein kurzes Aufwallen im Mittelteil ist das Stück durch ein ruhiges Fließen charakterisiert. Es handelt sich um eine eher heitere Rückschau. Meine Großeltern führten eine sehr harmonische und erfüllte Ehe und konnten auch noch ihre Goldene Hochzeit feiern.

Ein sehr enges Verhältnis bestand zu meinen Tanten Martha und Elli Kurwig (Tochter von Martha). Martha war die ältere Schwester meiner Großmutter. Sie heiratete den älteren Bruder Wilhelm meines Großvaters. Leider wurde sie schon früh Witwe. Klar, dass mein Großvater sich um die beiden kümmerte, beispielsweise den Garten Marthas in Ordnung hielt. Ich selbst habe in dem Garten viele Tage meiner Kindheit verbracht, hatte dortselbst ein kleines Stückchen Ackerfläche, das ich mit meinen Werkzeugen (Schaufel, Spaten, Gießkanne) bearbeiten durfte. Ich hatte sogar prächtig gedeihende Stangenbohnen. Einmal hob ich eine Kuhle aus, über die ich aus angesägten Brettern eine Brücke legte, über die ich meine Großmutter führte. Natürlich brach sie ein und verstauchte sich dabei einen Fuß. Für diesen blöden Streich schäme ich mich heute noch. In einer gewissen Weise bildeten wir (die Großeltern, meine Eltern, die beiden Tanten und ich) doch so etwas wie ein Großfamilie. Ich war zwar Einzelkind, wuchs aber in einer sehr vielfältigen Kindergesellschaft auf, bestehend aus meinem Jugendfreund Heinz-Jürgen Riekhof und einer ganzen Reihe von Nachbarskindern. Ein verwöhnter Fratz, wie man es sonst (oft zu Unrecht) Einzelkindern nachsagt, war ich nie. Man achtete schon darauf, dass meine Bäume nicht in den Himmel wuchsen, dafür hatte ich aber - und das hat nichts mit verklärendem Rückblick zu tun - den Himmel auf Erden.

Das Stück "In Memoriam" (Gesamtdauer 12'50'') beginnt mit der Vorstellung des Hauptthemas durch die unisono geführten tiefen Streicher (Bratschen, Celli und Kontrabässe).

Später gesellen sich zu den streckenweise sehr hoch geführten Violinen Holz- und Blechbläser hinzu.

Hier erklingt in Holzbläsern und Streichern ein eher heiterer Melodiefluss, den ich für mich privat meine kleine Pastorale nenne.

Im Mittelteil erfolgt für eine kurze Zeit ein gewisses Aufbäumen in den Streichern, wobei die Blechbläser die harmonische Grundlage bilden.

Das  Stück wird gegen Schluss immer leiser (morendo al fine). Röhrenglocken und Streicher beenden das Stück.

 

 

 

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