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Intrada |
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Intrada: Eine Tafelmusik muss irgendwie beginnen, wie jedes Musikstück. Das ist eine recht triviale Einsicht. Selbst ein aus einer sagen wir dreißigtaktigen Generalpause bestehendes Stück (im Viervierteltakt) begänne eben mit dieser Pause und endete nach ihrer wohldefinierten Dauer, die sich etwa bei der Tempoangabe Grave (40 Viertel / Minute) verdammt lange erstrecken kann (2 Minuten). Manch eine(r) kann nicht einmal für 5 Sekunden den Mund halten. Die Kleine Tafelmusik beginnt mit einer Intrada. Bei allerlei belanglosem Geschwafel versammeln sich die Gäste, bis sie dann von einem aufgeblasenen Zeremonienmeister (Klavier solo mit schweren Akkorden) in den Festsaal geleitet werden. Die insgesamt marschartige Intrada hat eine vertrackte Ähnlichkeit mit dem Marcia triviale aus dem dritten Satz meiner Serenata seria, und das ist durchaus kein Zufall.
Nach dem Aufruf durch den Zeremonienmeister schreiten die Gäste wohlgeordnet in den Festsaal, wo sie sich zum Mahle niedersetzen. Insgesamt vermittelt die Intrada einen recht blasierten Eindruck. Sie endet - wie beispielsweise zu Telemanns Zeiten noch üblich - mit einem starken Ritardando, d.h. sie verlangsamt sich von 60 auf 40 Viertelschläge in der Minute. |