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Ausgestorbene
oder seltene Instrumente:
Von manchen Musikinstrumenten hört man heute nur noch selten oder gar nicht
mehr, da sie kaum gespielt werden oder bereits ausgestorben sind. Mein Freund
Winfried Hofmann und ich haben unter Assistenz diverser ausgezeichneter Weine
einige dieser Instrumente zusammengetragen und geben hier nun in Form eines
kleinen Lexikons eine Beschreibung
dieser Raritäten, unter denen wir neben wahren Preziosen auch Absurditäten
allererster Güte finden. Uns selbst verblüffte
immer wieder, über welch eigenen Charme manche dieser Instrumente
einerseits verfügten oder aber wie unsäglich überflüssig andere waren.
Wir
konnten nicht zu allen Lexikoneinträgen Abbildungen beschaffen, da dies oftmals
aus rechtlichen oder recht einsichtigen Gründen nicht möglich war. Um beispielsweise eine
Abbildung eines
Altsarkophags ermöglichen zu können, hätten wir Exhumierungen durchführen
müssen, zu denen wir schwerlich die Genehmigung von eventuellen Angehörigen der
betreffenden Altistinnen oder der zuständigen Behörden bekommen hätten. Manche
der Raritäten befinden sich in Privatbesitz und ihre Eigentümer sind nicht an
Veröffentlichungen interessiert, um sich weiterhin in Ruhe an ihren Schätzen
erfreuen zu können. Wir haben uns deshalb um möglichst lebendige Beschreibungen
bemüht, so dass sich der Leser auch ohne visuelle Unterstützung ein Bild machen
kann.
Wir behandeln in diesem
Lexikon nicht nur und ausschließlich Instrumente, sondern auch andere
musikalische Besonderheiten und Absurditäten, sei es in Zusammenhang mit
Instrumenten, sei es im Umfeld der Harmonielehre oder des Kontrapunktes. Auch
Historisches soll beleuchtet werden, desgleichen auch Anekdotisches und
Unbekanntes aus dem
Leben einiger Komponisten.
Dem aufmerksamen Leser
dieses kleinen Lexikons wird auffallen, dass wir bei österreichischen
Instrumentenbauern oft (eigentlich durchgängig) erwähnen, dass diese als
Spi rituosenbrenner recht erfolgreich waren. Dies - fanden wir - waren wir einer
der Hauptnationen des europäischen Musiklebens einfach schuldig.
Natürlich wird auch anderenorts guter Schnaps gebrannt, in Deutschland
(Obstbrände, in Flensburg Rum), in
Holland, Belgien und Skandinavien (Aquavit), in Russland, Polen und im Baltikum
(Wodka), in
Italien (Grappa) und auf dem gesamten Balkan (Obstbrände). Aber in der Kombination
Instrumentenbau und Schnapsbrennerei nimmt Österreich nun einmal die
Führungsposition ein. Ganz hervorragenden Obstler und keinesfalls in
homöopathischen Dosen bekamen Winfried und ich vor Jahren im Wiener Bezirk Grinzing im Kobenzl-Stüberl serviert, den wir auf Gustav Mahlers
(1860-1911) Wohl tranken, dessen Grab
wir zuvor besucht hatten. Chapeau! Es entzieht sich leider meiner Kenntnis, ob
es dieses Heurigen-Lokal unter genau diesem Namen noch gibt. Wer schon einmal im
Internet unter Kobenzl oder Cobenzl nachgeschaut hat, weiß, wovon hier die
Konversation ist. Ganz am Rande: Auf Gustav Mahlers Grab fanden wir eine Orange,
die wir (dunkler Fleck links im Bild oben rechts) aus Gründen der Pietät
entfernten.
Wir bezweifelten, dass diese verspätete Vitaminzufuhr dem größten aller Sinfoniker
noch hätte helfen können.


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