Philosophie

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Philosophie - wortwörtlich die Liebe zur Weisheit - existiert als Fach ja schon seit Jahrtausenden, hat uns aber in Belangen des praktischen und täglichen Lebens nicht wirklich recht weitergebracht. Auf Erden herrscht Hauen und Stechen, und wen wundert's, in der Philosophie auch. Insofern handelt es sich bei der Philosophie um ein sehr lebendiges Fach. Wir wollen hier eine philosophische Betrachtung über die Vergänglichkeit vorstellen, die von dem Königsberger Vögelkundler und Philosophen Ernst Grigoleit alias Pomuchelskopp (1890-1945, siehe folgende Abbildung!) vorgetragen wurde. Soweit möglich haben wir versucht, seine Originalsprechweise wiederzugeben. Auf eine Übertragung in phonetische Schreibweise haben wir aus Rücksichtnahme auf einen möglichst weiten Leserkreis verzichtet. Das von Grigoleit hier angesprochene Problem ähnelt in gewisser Weise einer Fragestellung der Mengenlehre: Kann die Menge aller Mengen sich selbst als Teilmenge enthalten? Um die Mengenlehre widerspruchsfrei zu halten, wurde dieses axiomatisch ausgeschlossen. Aber was ist mit der Vergänglichkeit?

Verjänglichkeit

De Verjänglichkeit von de Damen ämpläzeert
- sofern se scheen sind -
ouch de Verjänglichkeit von deren Scheenheit.
Un das äst schade.

De Verjänglichkeit von de Damen ämpläzeert
- sofern se hässlich sind -
ouch de Verjänglichkeit von deren Hässlichkeit.
Un das äst scheen.

Alles äst verjänglich, nur näch de Verjänglichkeit.
Denn wäre de Verjänglichkeit verjänglich,
denn herrschte Ewigkeit.
Aber da alles verjänglich äst, äst ouch de Ewigkeit verjänglich,
un deshalb herrscht Verjänglichkeit.
Aber wenn alles, wärklich alles verjänglich äst,
dann moß ouch de Verjänglichkeit verjänglich sein.
Un denn äst wieder Ewigkeit,
de aber nächt allzu lange bestehen kann,
weil se eben ouch verjänglich äst.
So kriejen wir denn den ewigen Wächsel von Ewigkeit un Verjänglichkeit,
so dass wir schließlich nur eine mättlere Dauer von allem haben.
Aber wat äst nun mät dem ewigen Wächsel?
Bei dem herrscht doch de Ewigkeit.
Aber die äst verjänglich, so dass de Verjänglichkeit wieder härrscht.
Also haben wir schon wiedär einen ewijen Wechsel zweiter Ordnung zwäschen Ewigkeit und Vergänglichkeit. Fir den jält aber das Gleiche und so fort und so fort.
Das heißt aber, dass wir auf allen Ebenen nur eine mittlere Dauer haben.
Also äst de mittlere Dauer ewig.
Kannse aber nächt. Weil de Ewigkeit verjänglich äst, und de Verjänglichkeit ouch verjänglich äst. Na, machen wir de Dauer e Stickchen kirzer. Vielleicht äst se dann ewig. Jeht nächt, denn je kirzer e Dauer äst, desto wenijer äst se ewig un desto mehr wärd se verjänglich. Im Jrenzfall: De Dauer Null äst de Verjänglichkeit sälber.
Nun, denn machen wir de Dauer e Stickchen länger. Vielleicht äst se denn ewig. Je länger de Dauer äst, desto mehr kricht se ja den Charakter vonne Ewigkeit. Im Jrenzfall: De Dauer Unendlich äst de Ewigkeit sälber.
Wir haben aber jesagt, dass de Ewigkeit verjänglich äst und de Verjänglichkeit verjänglich äst, und selbst de Konstanz äm Wandel verjänglich äst. Wir missen schließen, dass de Verjänglichkeit vonne Verjänglichkeit verjänglich äst. Wir missen weiter annehmen, dass de Verjänglichkeit vonne Verjänglichkeit der Verjänglichkeit ouch verjänglich äst und sofort ad infinitum, wie der Lachodder, näh, der Lateiner, der alte Lorbas, sagt.

Mät anderen Worten: Nuscht bläibt!

Märke: Was einen in der Jugend treibt, ist meistens nur de Sinnlichkeit. Was dann im Alter bleibt, ist de Besinnlichkeit. Kannse aber nächt, weil se verjänglich äst. Und schon bäste hin.


 

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