Seemannslied

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Die letzte Wache ist ein Seemannslied, dessen Text ich in dem Band I der Liedersammlung "Knurrhahn" fand, herausgegeben R. Baltzer (Lotse a. D.) und Klaus Prigge (Chormeister), beide Kiel , III. verbesserte Auflage, 1936. Über den Textautor vermag ich nichts zu sagen. Er wird in dem "Knurrhahn" nicht angegeben. Der Name Knurrhahn geht auf eine gleichnamige Sängervereinigung von Holtenauer Kanallotsen zurück. Die Vertonung des Textes wurde seinerzeit von Klaus Prigge in Form eines achttaktigen Strophenliedes vorgenommen (Seite 45-46). Ich kam mit dem Lied etwa um 1970 erstmals in Berührung und fand, es würde sich aufgrund des Textes auch für eine durchkomponierte Liedform eignen. Erste Skizzen zu einer Klavierfassung lagen aus dieser Zeit vor und 2006-2007 entschloss ich mich, Teile davon wieder aufzunehmen und es als Orchesterlied zu vollenden. Wer auch immer der Textautor gewesen sein mag, heute (2009) dürfte niemand mehr ein Copyright (erlischt meines Wissens nach 70 Jahren) am Text besitzen, so dass ich ihn hier zitiere.

Die letzte Wache

 

Nun leg' ich das Ruder aus harter Faust

und geh' meine letzte Wache.

Wenn morgen der Sturmwind die Wogen zaust,

fegt er mir die Ziegel vom Dache.

 

Ich mag nicht mein Haus, so schön es auch sei,

es steht mir zu fest auf der Erde,

und alle die andern so dicht dabei:

Ich taug' nicht für Heimat und Herde.

 

Wohl warf mich die See nicht immer empor,

Oft hat sie mich tüchtig zerledert.

Und manchmal kam es mir wirklich vor,

als wär' ich geteert und gefedert.

 

Oft hab' ich mich hoch auf's Trock'ne gesetzt,

und ging, hart gestraft unter Palmen.

Bald lag mein Meer vom Sturmwind zerfetzt,

bald lag es in tödlichen Kalmen.

 

Doch war und blieb es ja stets mein Meer,

und mein sein Zauber, sein Wunder.

Die Faust am Ruder und ich war wer!

Und morgen? Beim alten Plunder.

 

Ein Klütenpedder, ein "Weiß nicht was",

ein Wrack, das ich selbst verlache.

Tod, Freund du! Schlag mir das achte Glas.

Wie wär's? Du gehst meine Wache!

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