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Es muss 1964 gewesen sein, als ich zum ersten Mal
mit dem unvergleichlichen Spike Jones und seinen "Interpretationen"
klassischer und anderer Musik in Berührung kam. Ich jobbte damals im
Wasser- und Schifffahrtsamt Lübeck als Student im technischen Büro und
lernte dort einen anderen Studenten (nennen wir ihn Ingolf) kennen. Der
hatte eine Reihe von Schallplatten mit Stücken von Spike Jones, die ich
damals sofort auf mein Tonband kopierte. Ja, ja! Damals konnte man nicht
einfach eine CD in einen unerotischen Schlitz schieben und duplizieren.
Mich haben Spike Jones' musikalische Eskapaden - so will ich seine
Interpretationen einmal nennen - sofort begeistert.
Spike Jones wurde 1911 in Long Beach geboren und
verstarb 1965 in Beverly Hills. 1940 gründete er seine eigene Band:
Spike Jones and his City Slickers. Die Mitglieder dieser Band - allesamt
hochvirtuose Musiker - gaben sich zum Teil recht abenteuerliche Namen
wie etwa Sir Frederick Gas (der zuweilen seine Sadivari spielte), Willie
Spicer (mit seinem Sneezaphone), Ina Souez, Horation Q. Birdbath, Gil
Bert and Sully Van und andere. Jones selbst dirigierte zuweilen seine
Jungs mit einer Pistole in der Hand, die er ab und an auch zur
musikalischen Unterstützung abfeuerte.
Das Instrumentarium seiner Band bereicherte er
durch Kuhglocken, Autohupen, einen mit Darmsaiten bespannten Klodeckel
und Ambosse, von komischen stimmlichen Hervorbringungen einmal
ganz zu schweigen.
Ein kurzes Zitat aus Wikipedia: "Was in den
Arrangements der City Slickers beim ersten Hinhören als purer Klamauk
erscheint, entpuppt sich bei genauerer Analyse als temporeiches und
präzises Zusammenspiel versierter Instrumentalisten, das sich nur schwer
kopieren ließ. Jones machte dabei auch nicht Halt vor Adaptionen
anspruchsvoller Klassiker, wie Tschaikowskis Nussknackersuite, der
Ouvertüre aus Rossinis Wilhelm Tell oder den Liebesträumen von Franz
Liszt. Eine Kompilation klassischer Arrangements von Spike Jones wurde
1971 posthum unter dem Titel 'Murdering the Classics' zusammengestellt."
Übrigens Rossinis Wilhelm-Tell-Ouvertüre benutzte
Jones zweimal zur Illustration eines Auto- sowie eines Pferderennens ("There
goes the winner!").

Jones erhielt auch einen Stern auf dem berühmten
Hollywood Walk of Fame (Foto von
Raymond Shobe). Seine Musik ist heute
noch auf CDs erhältlich. Meines Wissens existieren (neben anderen) drei
wesentliche Websites, die ihm gewidmet sind, einmal die
Spike-Jones-Fan-Seite, zum anderen die
von seinem Sohn betriebene
Spike-Jones-Seite
und zum dritten seine
Biografie. Wer nun neugierig
geworden ist und einmal in den Jones'schen Wahnsinnskosmos eintauchen
möchte oder wie ich einfach nur seine Jones-Sammlung komplettieren
möchte (mein Tonband von 1964 hat längst das Zeitliche gesegnet), der
sei auf diese
Download-Möglichkeit verwiesen.
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