Verbale Kalauer

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Das fehlte gerade noch! Hier wird nun verbal gekalauert, wie anderen Orts schon angedroht. Ich kenne einige Leute, die sich bei Kalauern bemüßigt fühlen, verächtlich ihren Gesichtserker zu rümpfen und ihre Mundwinkel verächtlich abzusenken.  Nun, der große deutsche Humorist Heinz Erhardt (1909-1079) war sich für Kalauer keinesfalls zu schade (Abbildung rechts). Zitate aus Erhardts kalauernder Tätigkeit - und seien es auch nur kurze- bringe ich entgegen einer früheren Gepflogenheit an dieser Stelle wegen der Tätigkeit einer Abmahnkanzlei nicht mehr. Der Computerzeitschrift c't sei wegen dieses Hinweises explizit mein Dank ausgesprochen.

Einen anderen kann ich ebenfalls an dieser Stelle bemühen, den leider viel zu früh verstorbenen Robert Gernhardt (1937-2006, Abbildung unten). Er war ebenfalls ein großer Liebhaber des (intelligenten) Kalauers.  Ob allerdings die in der früheren Satirezeitschrift "Pardon" (zu deren Autoren er zählte) einmal erschienene Übersetzung von "Flower Power" mit "Flomen Pomen" aus seiner Feder stammt, vermag ich nicht mit Verlässlichkeit zu sagen.

Ich hege ja ohnehin den gar nicht einmal so leisen Verdacht, dass die Ablehner von Kalauern sich lediglich ärgern, dass ihnen so witzige oder elegante Formulierungen nicht eingefallen sind, wie sie in vielen Kalauern vorkommen. Das ist dann deren Problem. Und es wird höchstwahrscheinlich auch nicht lösbar sein, da es bis zum heutigen Tage gegen Einfallslosigkeit und andere intellektuelle Defizite eben keine Pillen gibt. Mein Bedauern über diesen für die Kalauergegner so betrüblichen Umstand hält sich allerdings in ganz eng umrissenen Grenzen. Ich vermute sogar, d.h. eigentlich weiß ich es ganz genau, dass dieses Bedauern gar nicht existent ist. Diese Leute haben eine vertrackte Ähnlichkeit mit solchen, die beispielsweise Zeichentrickfilme ablehnen. Wahrscheinlich sind sie sogar identisch.

Sie halten solche Filme für kindisch und befürchten, im Falle ihrer Zustimmung zu solchen Schöpfungen der Filmkunst selbst für infantil und wenig ernsthaft gehalten zu werden. Damit implizieren diese Herrschaften allerdings, dass der Rest der Menschheit ähnlich empfindet wie sie selbst, und das ist nun in der Tat nicht der Fall. Auf gänzliche Ablehnung stoßen bei solchen Leuten Filme, die Real- und Trickszenen kombinieren, etwa "Meister Eder und sein Pumuckl". Damit sind solche selbstunsicheren Personen dann komplett überfordert. Nebenbei manifestiert sich deren Selbstunsicherheit sehr häufig darin, dass sie zu allen Bereichen des Lebens sehr dezidierte Vorstellungen haben und diese zumeist ungefragt zum Besten geben, vor allen Dingen und sehr gern bei Sachverhalten, zu denen sie sich aufgrund fehlender Kenntnis besser nicht äußern sollten, um nicht Gefahr zu laufen, sich hoffnungslos lächerlich zu machen.

Der Lateiner pflegte in solchen Fällen zu sagen: "Si tacuisses, philosophus mansisses!" Deutsch: "Wenn du geschwiegen hättest, wärest du ein weiser Mensch geblieben!".

Der Kabarettist Dieter Nuhr drückte es in der ihm eigenen Art so aus: "Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal Fresse halten!"

Ergänzend zitiere ich auch den Schauspieler Curt Goetz: "Eine Gelegenheit, den Mund zu halten, sollte man nicht ungenutzt vorübergehen lassen."

Und etwas mehr geschlechtsspezifisch äußerte sich der Odenwälder Kabarettist Rolf Miller: "Wenn eine Frau schweigt, soll man sie nicht unterbrechen!"

Ich füge in nochmaliger Ergänzungsabsicht hinzu: "Wer unter Logorrhoe leidet, sollte Klopapier fressen."

Und noch eines! Vielleicht entsteht bei der einen oder dem anderen der Eindruck, einige der Kalauer befassten sich nur mit der unteren Hälfte des Menschen bzw. bei frauenbezogenen zusätzlich mit einem bestimmten oberen Teil. Diesem Personenkreis sei das Wegklicken dieser Seiten empfohlen. Ihm seien aber zugleich und zuvor die Worte des Kirchenvaters Augustinus ins Gedächtnis gerufen: "Inter faeces et urinas nascimur." Das ist als Tatsachenschilderung nicht zu entkräften und zum anderen stand und steht dieser Mann ja wohl kaum im Rufe, ein (ferkeliger) Kalauerproduzent gewesen zu sein.

 

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