Young

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Simone Young, Dirigentin

Foto von Bertold Fabricius

Quelle: Hamburger Staatsoper

 

Auch hier war es das Fernsehen, das mich erstmals mit einer musikalischen Aufführung unter Simone Youngs Stabführung in Kontakt brachte. Das ist nun schon eine ganze Reihe von Jahren her. Ich weiß nicht mehr, welches Werk sie dirigierte, aber es war in Essen im Aalto-Musiktheater mit den Essener Philharmonikern. Man konnte sagen, das war Klassik dargeboten auf High Heels.

 

Die Hansestadt Hamburg kann es wirklich als einen Glücksfall für ihr kulturelles Leben betrachten, diese hervorragende Dirigentin als Intendantin (2005)  der Staatsoper und Generalmusikdirektorin gewonnen zu haben. Seit 2006 wirkt sie auch noch als Professorin an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg.

 

Im Fernsehen wurde vor nicht allzu langer Zeit (NDR/Arte 2005) ein Film über die arbeitsbesessene Dirigentin gezeigt, dem ich vor allen Dingen vier Erkenntnisse entnahm:

  •  Es handelt sich bei ihr um eine sehr menschliche, humorvolle, aber hochenergische Frau, die ganz genau weiß, was sie will. Kein Wunder: Anders kann man nicht dirigieren. Basisdemokratische Abstimmungen über eine Interpretation sind der Tod eines Stückes.

  •  Sie kann von Australien zur Arbeit in Hamburg fahren.

  •  Sie kann angesichts von Wagnerdeutsch sich köstlich amüsieren (bei Proben zur Götterdämmerung). Kann man nur, wenn man selbst fließend Deutsch spricht. Aber wenn Wagner sein Richard so richtig loslegt, dann wallt Wotan widersinnig wässernd weiter.

  •  Ihre Auffassungen von Beethoven-Interpretation entsprechen vollinhaltlich den meinen, wie ich am Beispiel der siebten Sinfonie erkennen konnte. Der Schlusssatz (Allegro con brio), mit dem der eben erwähnte Film endete, geriet ihr zu einem wahren Bacchanal. Großartig!

Ich gewinne mehr und mehr den verdammten Eindruck, ich sollte dringend nach Hamburg fahren, zumal es ja zu meiner Vaterstadt Lübeck dann auch nicht mehr weit wäre. Frau Young wünsche ich, dass die Elbphilharmonie möglichst schnell fertig wird.

 

Und noch eines zum Schluss dieser Seite! Dirigent war bis vor noch gar nicht so langer Zeit eine reine Männerdomäne. Wie nicht nur Frau Young zeigt, völlig zu Unrecht. Der interessierte Leser folge einmal dem Link auf www.dirigentinnen.de. So manch eine(r) wird staunen. Nebenbei: Die genannte Webseite könnte gerade im Hinblick auf Simone Young mal ein Update vertragen (Daten nicht ganz aktuell).

 

 

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